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Blau-schwarzer Glimmer auf den Dächern von Bad Steben: Schiefer ist das Gestein des Jahrs 2019

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Mit dem Gestein des Jahres 2019 aus der nahen Schiefergrube Lotharheil spiegelt die Therme Bad Steben ein authentisches Bild der Region. Nicht nur der Wellness-Dome ist einer Schieferhöhle nachempfunden. Jetzt zeigt sich auch der aktuell eröffnete Saunapavillon im Schieferkleid. Aus alter Tradition schmückt der Schiefer auch die Häuser der 3500 Einwohner zählenden Gemeinde im Norden Bayerns.

Es schimmert blau-schwarz und ist rau: das Gestein des Jahres 2019. Schiefer ist so unverwüstlich wie die Männer, die ihn fördern, steht auf der Website des Schieferwerks Lotharheil in Bad Steben. Manfred Teichmann und seine Familie sind stolz auf die über 150-jährige Geschichte ihres Werks. Jetzt kürt der Berufsverband der Deutschen Geowissenschaftler (BDG) den Schiefer zum Gestein des Jahres, das sich durch feinste, aufeinanderliegende Schichten auszeichnet. Das „als Weichgestein deklarierte Gestein ist für alles geeignet“, sagt Teichmann. „Es freut mich sehr, dass das Mauerblümchen unter den Gesteinen endlich seine verdiente Anerkennung findet.“ Naturschiefer wurde in Franken und Thüringen traditionell als Dachmaterial verwendet. Heute ist Lotharheil die einzige verbliebene bayerische Schiefergrube.

Für den in einem über 14 Meter dicken Flöz liegenden harten 340 bis 400 Millionen Jahre alten Granitschiefer ist das blau-schwarze Schimmern typisch. Vor zirka 300 Jahren wurde hier im Tagebau gearbeitet, seit 1857 im Untertagebau. Freiherr Lothar von Faber, Gründer des heutigen Unternehmens Faber-Castell, nutzte den Schiefer für die Herstellung von Schiefertafeln und Bleistiften. Da sich das Material dafür als zu hart herausstellte, verkaufte er. Anfang des vorigen Jahrhunderts hat es der Uropa von Manfred Teichman erworben. Die Bergmannsfamilie baut ab, bohrt, behaut und gestaltet mittlerweile in vierter Generation moderne Bäder, Küchen, Gartenelemente und verschönerte nicht zuletzt einen Teil der örtlichen Therme mit dem wunderbar schimmernden Gestein.

„Buchstäblich“ naheliegend ist es, dass der lokale Schiefer in der modernen Therme verarbeitet wurde. Man wollte beim Bau der neuen Wellness-Oase möglichst authentische Materialien verwenden. Einer Schieferhöhle nachempfunden ist daher der Wellness-Dome mit Sand-Loggia, Solelagune oder einem Maulaffenbecken. Das mit Kohlensäure angereicherte 34 Grad warme Wasser lädt zum entspannten „Maulaffen feilhalten“ ein. Auch im neuen Saunapavillon mit Kelo-Blockhaus- und Panoramasauna oder im Event-Spa wurde das blau-schwarz schimmernde Gestein verarbeitet. Und schwarze Schiefersteine kommen etwa bei einer Hot-Stone-Massage zum Einsatz. Nur etwa zehn Kilometer trennen die Therme im Zentrum Bad Stebens und das in einer Senke des Frankenwalds liegende Lotharheil.

Wer dem Bergwerksbesitzer einen Besuch abstatten möchte, kann dies auf kurzweiligen Wegen von Bad Steben aus mit dem Rad, E-Bike oder zu Fuß tun. Die ehemalige deutsch-deutsche Grenze hat sich zu einem Rückzugsort für seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt und lockt mit Wanderrouten wie dem Rennsteig, Frankenweg und dem Fränkischen Gebirgsweg. Alexander von Humboldt hat bereits Ende des 18. Jahrhunderts die Bedeutung des Schiefers erkannt. Der Naturforscher lebte von 1792 bis 1795 in Bad Steben. In diesem Jahr jährt sich sein 250. Geburtstag.

Weitere Infos:  
Tourist-Information Bad Steben | Markt Bad Steben | www.bad-steben.de | www.therme-bad-steben.de 

Zu Bad Steben:
Das traditionsreiche bayerische Staatsbad ist mit rund 350.000 Gästeübernachtungen im Jahr und seiner hübschen Bäderarchitektur rund um den Kurpark ein beliebtes Ziel für gesundheitsbewusste Gäste. Die Lage inmitten des Naturparks Frankenwald direkt am „Grünen Band“ bietet aber auch zahlreiche Rad- und Wanderwege – der „Humboldtweg“ folgt beispielsweise den Spuren des berühmten Forschers Alexander von Humboldt. Modern zeigt sich die Therme Bad Steben und die Spielbank.

Bad Steben / Lauingen, 14. April 2019

 
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